Aktuelles

Die LIGA Rheinland-Pfalz trauert um Nikolaus Immer

Tieftraurig und sehr betroffen haben wir vom Tod unseres geschätzten Kollegen Nikolaus Immer, Vertreter der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe in der LIGA-Mitgliederversammlung, Vorsitzender der LIGA-Kommission Soziale Sicherung, Migration und Armutsbekämpfung und LIGA-Vertreter im Sprecherkreis der Landesarmutskonferenz Rheinland-Pfalz, erfahren.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau und seinen Töchtern mit deren Familien. Sie haben das Leben mit Nikolaus Immer geteilt und haben ihm auch immer wieder den Rücken gestärkt und frei gemacht für die soziale Arbeit in Nordrhein-Westfalen, im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

Nikolaus Immer fungierte als fairer und umsichtiger Experte und Kommunikator in den Bereichen, die sich vor allem mit der sozialen Gerechtigkeit für die Schwachen auszeichneten. Er hatte ein großes Herz für die Menschen, die wenig Rechte in unserer Gesellschaft haben. In den letzten Monaten schlug dies insbesondere für die Flüchtlinge, die in Rheinland-Pfalz angekommen sind und deren Versorgung organisiert und geregelt werden musste. Mit viel Umsicht, Fachlichkeit und Pragmatismus versuchte er einen Ausgleich unter den Wohlfahrtsverbänden, immer im Blick auch die Betroffenen, herzustellen.

Mit großem Respekt, tiefer Dankbarkeit und Demut verneigen wir uns vor Nikolaus Immer! Er wird der LIGA-Arbeit in Rheinland-Pfalz fehlen. Wir werden versuchen,  die Arbeit der LIGA in seinem Sinne fortzusetzen.

Mainz, 06.04.2016

PRESSEMITTEILUNG

LIGA Rheinland-Pfalz begrüßt die hohe Wahlbeteiligung
und erwartet weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit der Politik


Die Soziale Balance zu erhalten und die Weiterentwicklung der sozialen Arbeit in einem Flä-chenland wie Rheinland-Pfalz zu fördern, prägt das Selbstverständnis der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz. Gemäß unserem Motto „Von Mensch zu Mensch“ ist uns das Wohl aller in Rheinland-Pfalz lebenden Bürgerinnen und Bürger Verpflichtung und Berufung. “Wir setzen voraus, dass unsere Expertise aus den Bereichen Kinder-, Jugend- und Fami-lienhilfe, Behindertenhilfe, Suchtkrankenhilfe, Existenzsicherung und Armutsbekämpfung, Arbeitsmarktpolitik sowie Migration und Integration sowohl in den kommenden Koalitionsverhand-lungen als auch in der Legislaturperiode selbst von den gewählten Volksvertreter/innen abgerufen wird. Dabei stehen wir sowohl den Mitgliedern des Landtags als auch der Landesregierung mit unserem Wissen zur Verfügung.“, so die Reaktion des LIGA-Vorsitzenden, Albrecht Bähr, auf das Wahlergebnis vom Sonntag. „Unsere parteipolitische Unabhängigkeit und der sachorientierte Fokus können hierbei nur förderlich sein.“, betont Bähr weiter.

Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz, die seit über 60 Jahren in der LIGA zusammen geschlossen sind, erwarten mit Spannung die neue Landesregierung.

Unterschiedliche – vom Selbstverständnis der Verbände einerseits und parteipolitischen Programmen andererseits geprägte – Ansätze und Ziele werden dabei als Herausforderung für den Dialog verstanden. Die LIGA macht sich für eine freiheitliche und tolerante Gesellschaftsordnung stark, in der rassistische, ausgrenzende oder diskriminierende Strömungen keine Chance haben dürfen. Die erfreulich hohe Wahlbeteiligung von über 70% in Rheinland-Pfalz zeigt, dass die meisten Menschen in Rheinland-Pfalz ihr Grundrecht auf freie Wahlen genutzt haben und die Demokratie als Staatsform nicht in Frage gestellt wird.

Die LIGA wird allen landespolitisch Verantwortlichen Gespräche anbieten und auch in dieser Legislaturperiode aktiv an der Gestaltung des sozialen Miteinanders in Rheinland-Pfalz mitwirken.

LIGA der Freien Wohlfahrtspflege startet Informationskampagne

PRESSEMITTEILUNG

Von Mensch zu Mensch
LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz zeigt mit Informations-Kampagne ihre Kompetenzen auf

Unser Profil: Vielseitig – Unsere Stärken: Einmalig. Mit dieser kernigen Aussage tritt die LIGA aktuell an die Öffentlichkeit, um ihre vielfältigen Leistungen darzustellen.
Wir alle kennen Kindergärten, Kinder- und Jugendhilfe, wissen um Altersheime und Pflegeinrichtungen, Behindertenhilfe, Suchtkrankenhilfe, Existenzsicherung, Armutsbekämpfung und - ganz aktuell - das Engagement für die Tausende von Flüchtlingen die auf der Suche nach einem sicheren und friedlichen Leben in unserem Land um Aufnahme bitten.
Dass sich in all diesen unterschiedlichen Einrichtungen mehr als 145.000 Mitarbeitende in Haupt- und über 30.000 Menschen im Ehrenamt alleine in Rheinland-Pfalz den vielfältigen und oft schwierigen sozialen Aufgaben und Herausforderungen stellen, bleibt der Gesellschaft im Alltag meistens verborgen. Diese Aufgabengebiete und Tätigkeitsfelder, die auch entscheidend zur Sicherung unseres sozialen und gesellschaftlichen Zusammenlebens beitragen, werden der Öffentlichkeit aktuell in einer Informationskampagne der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Form von Infokarten, Plakaten und einer Internetpräsenz dargestellt.
Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege ist ein Zusammenschluss der rheinland-pfälzischen Spitzenverbände von Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutschem Roten Kreuz, Diakonie und dem PARITÄTischen.
Weitgehend unbekannt in diesem Zusammenhang ist bisher sicherlich ebenso die Rolle der Sozialwirtschaft in Rheinland-Pfalz als Teil des Wirtschaftssystems und bedeutender Wirtschaftsfaktor. In der allgemeinen Betrachtung wird die Arbeit der Sozialwirtschaft oft eher als unangenehmer Kostenfaktor gesehen. Dabei wird unterschätzt, dass diese und damit die Freie Wohlfahrtspflege nicht nur zur Wertschöpfung generell sondern auch zum regionalen Mehrwert entscheidend beiträgt.
Um dies in Zahlen für uns alle und auch den politischen Entscheidungsträgern verständlich darzustellen, wurde 2014 unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Sell vom Institut für Bildungs- und Sozialpolitik der Hochschule Koblenz (IBUS) eine Studie veröffentlicht, die unter anderem die Wertschöpfung in vielen Bereichen der Sozialwirtschaft aufzeigt.
Mit all ihren Mitarbeitenden stellt sich die Freie Wohlfahrtspflege als einer der größten Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz dar. In ihren Einrichtungen werden weit über 40.000 pflegebedürftige Menschen und auch Menschen in schwierigen Lebenslagen betreut. Rund 80.000 Kinder werden in Kindertageseinrichtungen altersgerecht versorgt.
Die wirtschaftliche Betrachtung zeigt, dass 75% der in der Freien Wohlfahrtspflege getätigten Ausgaben in der jeweiligen Region verbleiben und damit die heimische Wirtschaft in vielen Teilbereichen stärkt und sichert. Somit wird ein wertvoller Beitrag zur Standortsicherung sowie der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen – auch in anderen Bereichen – geleistet. Durch den Einsatz der Freien Wohlfahrtspflege werden Familien und ihre Angehörigen entlastet und so die Möglichkeit geschaffen, wieder einer Berufstätigkeit nachzugehen. 70 % der Leistungsentgelte und Fördermittel der öffentlichen Hand fließen direkt oder indirekt in Form von Abgaben und Steuern wieder an den Bund, das Land oder die Kommune zurück.
Einige Ergebnisse dieser Studie mit dem Titel „MehrWertSchöpfung“ werden nun zusammengefasst an die Mitarbeitenden der vielfältigen Berufsgruppen und Einrichtungen, aber auch an alle Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz in Form von Infokarten, Plakaten und einer speziell zu diesem Thema geschaffenen Internetseite - www.liga-rlp.de/vonmenschzumensch - kommuniziert.

Die Studie kann auch gerne unter www.liga-rlp.de/publikationen-positionen-presse heruntergeladen werden.

Integrationskonferenz der Landesregierung Rheinland-Pfalz am 13. November 2015 in Mainz

Am 13. November 2015 fand die Integrationskonferenz der Landesregierung Rheinland-Pfalz in der Hochschule Mainz statt. Einen Input der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz finden Sie hier.

Jubiläumsveranstaltung 25 Jahre Kinderschutzdienste in Rheinland-Pfalz am 13. November 2015

 

 

 

PRESSEMITTEILUNG

 

Wege aus der Ausweglosigkeit

Kinderschutzdienste sind seit 25 Jahren Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in Not

Seit 25 Jahren gibt es Kinderschutzdienste in Rheinland-Pfalz. Aus diesem Anlass hatten die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege und das Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen zu einer Jubiläumsfeier nach Mainz eingeladen.

Das Grußwort könne einem schon einmal im Halse stecken bleiben, bekannte der LIGA-Vorsitzende Albrecht Bähr. Schließlich bedeuteten 25 Jahre Kinderschutzdienste in Rheinland-Pfalz im Umkehrschluss auch, dass es mindestens so lange Gewalt gegen Kinder gebe, die eben jene Kinderschutzdienste erst erforderlich machten.

Jedes Jahr begleiten die Kinderschutzdienste in Rheinland-Pfalz etwa 1.200 junge Menschen. Die Dunkelziffer von betroffenen Kindern ist weitaus höher. Viele von Ihnen haben eine für sie lange Zeit des Schweigens hinter sich, denn sie fürchten sich vor den Konsequenzen, die es hat, wenn sie reden. Sie stecken in massiven Loyalitätskonflikten, denn der Großteil aller Übergriffe findet in der Familie oder im Freundeskreis statt. Das verursacht Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Kinderschutzdienste könnten aus dieser ausweglosen Situation heraushelfen. Wenn sie denn für die Kinder und Jugendlichen erreichbar sind. Bähr kritisierte, dass die Mitte des Landes in dieser Hinsicht ein weißer Fleck in der Schutzlandschaft sei.

Doch bei aller Ambivalenz mit dem Jubiläum: „Was wir heute tun sollten ist, wert zu schätzen, was die Kinderschutzdienste seit 25 Jahren tun“, betonte der LIGA-Vorsitzende. „Kinderschutzdienste arbeiten dagegen, dass aus den Gewalterfahrungen, die Kinder und Jugendliche mitbringen, Selbstverachtung, Depressionen und langfristig schwere psychosomatische Leiden entstehen. Sie vermitteln, dass man sich auf Erwachsene auch verlassen kann und dass Kinder nicht so werden müssen wie ihre Eltern. Und sie helfen dabei, das Geschehene auszuhalten, ohne Rechtfertigungen finden zu müssen und Unrecht beim Namen zu nennen.“

Bähr dankte allen Mitarbeitenden in den Kinderschutzdiensten für ihre Professionalität und Empathie: „Wer im Kinderschutz arbeitet, kann und darf keine Routine entwickeln, muss sich jedes Mal neu auf die Situation und den jungen Menschen einlassen, der Hilfe benötigt.“

Der LIGA-Vorsitzende und Sprecher der Diakonie in Rheinland-Pfalz ging auch auf die Situation junger Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz ein. Dass diese nun auch verstärkt in den Kinderschutzdiensten Hilfe suchten, sei nur zum Teil Folge ihrer Gewalterfahrungen auf der Flucht. Auch die Lebensverhältnisse in den Unterkünften in Rheinland-Pfalz seien unter den Aspekten der Kinderrechte und des Kinderschutzes in immer mehr Fällen nicht tragbar. Bähr mahnte, dass auch in schwierigen Situationen das Wohl und der Schutz der Kinder und Jugendlichen Maßstab des Handelns bleiben müssten.

Zum Download: Eckpunktepapier Kinderschutzdienste

Flucht und Migration nicht instrumentalisieren! Erwartungen an die Parteien im rheinland-pfälzischen Landtagswahlkamp

„Flucht und Migration nicht instrumentalisieren! Erwartungen an die Parteien im rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf“ Organisationen und Verbände veröffentlichen gemeinsame Erklärung

Am 13. März 2016 finden in Rheinland-Pfalz Landtagswahlen statt. Die Aufnahme von Flüchtlingen, die Einwanderung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen und die damit notwendig werdende gesellschaftliche Integration von Menschen mit Flucht- oder Migrationsbiografie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit wichtige Themen im bevorstehenden Wahlkampf sein. In einer gemeinsamen Erklärung „Flucht und Migration nicht instrumentalisieren! Erwartungen an die Parteien im rheinland-pfälzischen Landtagswahlkampf“ fordern die drei Evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz sowie sieben weitere Organisationen und Verbände, die mit dem Themenfeld „Flucht und Migration“ verbundenen Fragestellungen in der politischen Auseinandersetzung sensibel und angemessen zu diskutieren. Konkret treten sie u.a. dafür ein, in der politischen Auseinandersetzung keine „diffusen Ängste und Befürchtungen in der Bevölkerung zu schüren“, sondern

• die Chancen und Herausforderungen aktueller Flucht- und Migrationsprozesse sachlich zu diskutieren;

• Flüchtlinge und Migranten nicht auf ihren ökonomischen Nutzen zu reduzieren oder einzelne Personengruppen als „Wirtschaftsflüchtlinge“ oder „Armutsmigranten“ zu stigmatisieren;

• am Recht auf eine gewissenhafte Prüfung individueller Fluchtgründe festzuhalten;

• sich klar gegen Rassismus und Gewalt auszusprechen und

• auf Verkürzungen und Pauschalzuschreibungen zu verzichten, die Ressentiments und die Diskriminierung von gesellschaftlichen Minderheiten fördern.

Die herausgebenden Organisationen werden die gemeinsame Erklärung an die Landesvorsitzenden der im rheinland-pfälzischen Landtag vertretenen Parteien sowie an die Landesverbände der Freien Demokratischen Partei und der Partei DIE LINKE weiterleiten und um eine Stellungnahme bitten. Es ist vorgesehen, die Rückmeldungen der Parteien nach der Sommerpause zu veröffentlichen.

 

Artikel Mainzer Allgemeine Zeitung vom 15. Juli 2015: Keine Ängste schüren

 

Bericht der SWR-Landesschau vom 14. Juli 2015

 

 

 

Fachveranstaltung "Armut und Reichtum in Rheinland-Pfalz" am 22. Juni 2015 in Mainz

Einladung zur Fachveranstaltung zum 5. Armuts- und Reichtumsbericht der Landesregierung Rheinland-Pfalz.

Bericht der LIGA über die Fachveranstaltung.

Das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie hat die Präsentationen der Fachveranstaltung auf seiner Homepage veröffentlicht.

 

Einige Impressionen aus der Veranstaltung (Fotos: Christian Carls, Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.V.):

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler im Gespräch mit dem LIGA-Vorsitzenden, Albrecht Bähr
Ministerin Bätzing-Lichtenthäler, Albrecht Bähr, LIGA-Vorsitzender, Nikolaus Immer, Vorsitzender der LIGA-Kommission Soziale Sicherung, Migration und Armutsbekämpfung
Ministerin Bätzing-Lichtenthäler, Ralph Szepanski, Moderator, ZDF, Albrecht Bähr
Diskussion
Prof. Dr. Ernst Kistler, Institut für Empirische Sozialökonomie
Nikolaus Immer im Gespräch mit Heike Strack, Agentur für Arbeit Mainz, und Moderator Ralph Szepanski

14. April 2015: Ministerrat trifft LIGA Rheinland-Pfalz

Dreyer/Bähr: Betreuung von Flüchtlingen liegt uns am Herzen

Beim heutigen Treffen des rheinland-pfälzischen Ministerrats mit den Vertretern der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege war das wichtigste Thema die Betreuung und Situation der Flüchtlinge in Rheinland-Pfalz. Beide Seiten begrüßten die positive und hilfsbereite Stimmung bei den Menschen im Land. Die Kooperation bei der beruflichen und sozialen Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern laufe sehr gut. Ministerpräsidentin Malu Dreyer: „Das Engagement der Wohlfahrtsverbände und der vielen ehrenamtlichen Helfer, Flüchtlingen den Weg in unsere Gesellschaft zu ebnen, steht beispielhaft für die gelebte Willkommenskultur in unserem Land. Dafür bedanke ich mich im Namen der Landesregierung ausdrücklich, Ihr Einsatz kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.“

„Ich bin immer wieder überwältigt vom Engagement und der Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort und zutiefst dankbar für diesen Einsatz. Unsere Aufgabe als Verantwortliche in Politik und Gesellschaft ist es, alles dafür zu tun, den sozialen Frieden vor Ort zu gewährleisten und zu erhalten. Das heißt auch, dass wir bei all unseren Bemühungen darauf achten müssen, nicht Hilfsbedürftige erster und zweiter Klasse zu schaffen. Bei der Fokussierung auf ein soziales Problem dürfen die anderen Formen sozialer Benachteiligung nicht aus dem Blick geraten“, gab der LIGA-Vorsitzende Albrecht Bähr zu bedenken.

Die Initiative der Landesregierung für ein modernes Einwanderungsgesetz im Bundesrat wird von der LIGA unterstützt. „Wir benötigen ein modernes, einfaches und transparentes Einwanderungsgesetz, um klare Perspektiven für Flüchtlinge und Einwanderungswillige anbieten zu können“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Integrationsministerin Irene Alt informierte über die weiterhin steigende Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden in Rheinland-Pfalz sowie den Stand der Umsetzung des im Januar beschlossenen Maßnahmenplans der Landesregierung: „Neben der Unterbringung stehen für die Landesregierung vor allem Sprachkurse und die Betreuung der Flüchtlinge im Vordergrund. Die Arbeit und die Angebote der LIGA sind dabei eine große Hilfe.“

Auch für die Umsetzung der von der LIGA geforderten sozialen Beratung und psychotherapeutischen Betreuung der Flüchtlinge stelle die Landesregierung eine Million Euro bereit. Die Flüchtlingssozialarbeit müsse professionell und flächendeckend ausgebaut werden, erklärte der LIGA-Vorsitzende Albrecht Bähr und präsentierte ein entsprechendes Konzept. „Hauptamtliche und freiwillig Engagierte in den bestehenden Stellen und Projekten arbeiten oft jenseits ihrer Belastungsgrenze. Wir benötigen mehr Personal und vor allem eine gesicherte und langfristige Finanzierung, die die hohe Professionalität der Arbeit sichert und darauf abzielt, Beratungsangebote flächendeckend vorzuhalten. Auch bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement gibt es nicht zum Nulltarif“, verdeutlichte Bähr.

Ministerin Bätzing-Lichtenthäler und LIGA-Vorsitzender Bähr waren sich einig, dass aufgrund des Kostenanstiegs der Eingliederungshilfe und zur Stärkung des Selbstbestimmungsrechts der Menschen mit Behinderungen ein Bundesteilhabegesetz auf den Weg gebracht werden müsse. Bätzing-Lichtenthäler setzt auf die damit verbundene finanzielle Entlastung der Kommunen sowie auf die im Koalitionsvertrag vorgesehene Bundesbeteiligung von fünf Milliarden Euro.
„Im Interesse der Menschen mit Behinderungen fordern wir die Bundesregierung auf, die Finanzzusagen an die Kommunen an das Reformvorhaben der Eingliederungshilfe zu koppeln“, sagte Bähr weiter: „Ohne eine Richtungsvorgabe des Bundes werden die Menschen mit Behinderung angesichts der Vielzahl kommunaler Aufgaben den kürzeren ziehen.“

Am Treffen des Ministerrats mit der LIGA nahmen neben Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf Seiten der Regierung Eveline Lemke (Wirtschaftsministerin), Heike Raab (Staatssekretärin im Innenministerium), Doris Ahnen (Finanzministerin), Prof. Dr. Gerhard Robbers (Justizminister), Sabine Bätzing-Lichtenthäler (Sozialministerin), Vera Reiß (Bildungsministerin), Ulrike Höfken (Umweltministerin), Stefan Tidow (Ständiger Vertreter der Bevollmächtigten des Landes beim Bund und für Europa, Medien und Digitales) sowie Clemens Hoch (Chef der Staatskanzlei) teil.
Von Seiten der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege nahmen am Gespräch der LIGA-Vorsitzende Albrecht Bähr (Arbeitsgemeinschaft der Diakonischen Werke RLP), Regine Schuster (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband RLP), Norbert Albrecht (Deutsches Rotes Kreuz RLP), Hans- Jürgen Eberhardt (Caritasverband für die Diözese Mainz), Andreas Zels (Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Rheinland) sowie die Geschäftsführerin der LIGA Rheinland-Pfalz, Sylvia Fink, teil.

 

Unter der Leitung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer traf sich heute der Ministerrat mit den Vertretern der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege und ihrem Vorsitzenden Albrecht Bähr (1. Reihe, 2.v.r.) im Gästehaus der Landesregierung. Quelle: Stefan Sämmer © Staatskanzlei RLP

Armuts- und Reichtumsbericht der Landesregierung - LIGA bezieht Position

P r e s s e m e l d u n g

 

In Rheinland-Pfalz geht es nach vorn – aber für zu viele immer noch nach unten

LIGA-Vorsitzender Bähr: Es ist an der Zeit, Ausgrenzung zu beenden und Teilhabe zu ermöglichen.

 

Der jetzt vorliegende Armuts- und Reichtumsbericht der Landesregierung stellt zu Recht in den Vordergrund, dass Rheinland-Pfalz eine in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zunehmend positive Entwicklung bei den ökonomischen Rahmenbedingungen genommen hat. Davon profitiert unzweifelhaft ein großer Teil der Bevölkerung: beim Anstieg der Erwerbstätigkeit, beim Einkommen, beim Immobilienbesitz.

Diese positive Entwicklung hat aber auch eine andere, eine dunkle Seite, die allzu gerne übersehen wird: Bereits der Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland seitens des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes hat konstatiert, dass die positive wirtschaftliche Entwicklung parallel einhergeht mit einer steigenden Armut wie Gefährdung durch Armut. „Armut wird durch eine positive Entwicklung der Wirtschaft nicht mehr abgebaut, im Gegenteil.“, konstatiert der Vorsitzende der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz, Albrecht Bähr.

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz stellt fest, dass dies gesellschaftlich wie individuell gilt: Die Schere geht auseinander.

„Die Zunahme privaten Reichtums kontrastiert zunehmend zur öffentlichen Armut ganzer Regionen.“, so Bähr weiter.

Die Bertelsmann-Studie zur Lage der Kommunen hat bereits 2013 festgestellt, dass sechs von den fünfzehn Städten in der Bundesrepublik mit den meisten Verbindlichkeiten, also über ein Drittel, in Rheinland-Pfalz liegen.

„Und der jetzt vorliegende Bericht bestätigt, was die Wohlfahrtsverbände aus ihrer täglichen Beratungsarbeit, aus den Stadtteiltreffs und den Beschäftigungsträgern, aus der Schulsozialarbeit sowie der Altenhilfe kennen: In vielen Bereichen nimmt die Armut zu.“

Die Armutsrisikoquote ist in Rheinland-Pfalz in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen – von 14,5 % im Jahr 2006 auf 15,9 % im Jahr 2012.

Betroffen von dieser Entwicklung sind vor allem Alleinerziehende sowie insbesondere Kinder und noch deutlicher Jugendliche (22,5 % der Jugendlichen waren im Jahr 2012 arm bzw. armutsgefährdet). Das hat gerade für Kinder fatale Folgen für die gesellschaftliche Teilhabe.

„Armut kann sich vielfältig äußern:“, stellt Bähr fest, „8 % der Haushalte in Rheinland-Pfalz waren durch Mahnungen sowie Stromsperrandrohungen bedroht, abgesperrt wurde der Strom im Jahr 2011 immerhin bei 37.000 Haushalten.“

Im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit und bei dem Anteil überschuldeter Personen (Schuldnerquote) sind die Zahlen nahezu konstant geblieben. So gelten 10 % der Haushalte in Rheinland-Pfalz als überschuldet, und immerhin fast ein Fünftel der SGB II-Bezieher lebt seit 4 Jahren oder noch länger auf Hartz IV-Bezug.

Der LIGA-Vorsitzende fordert daher: „Es ist an der Zeit, Ausgrenzung zu beenden und Teilhabe zu ermöglichen. Dabei darf die Schuldenbremse nicht zu einer Bildungs- oder Teilhabebremse werden.“

In ihrem Berichtsteil haben sich LIGA und Landesarmutskonferenz auf wenige, aber zentrale Problemfelder beschränkt, dabei die strukturellen Aspekte von Armutslagen in den Blick genommen und schlagen machbare Lösungen vor: zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit, zur Abwehr von Stromsperren, zur besseren Integration armer Kinder – alles Bereiche, in denen Good-Practice-Beispiele die Chancen einer echten Armutsbekämpfungspolitik zeigen.

„Es ist an der Zeit, eine Situation für viele Menschen zu beenden, in denen sie sich gefangen fühlen, in denen nach ihrem Empfinden mit ihnen nur noch verfahren wird. Denn eine Gesellschaft ist dann stark, wenn sie auch die Interessen der Schwächsten berücksichtigt und sie teilhaben lässt.“, bekräftigt Bähr.

 

Hier finden Sie den Bericht der Landesregierung, der auch einen eigenständigen Berichtsteil der LIGA, der Landesarmutskonferenz RLP und des DGB enthält und die entsprechende Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie vom 11.03.2015.

Lotto-Spendenaktion "Kinderglück" für Flüchtlingskinder in Rheinland-Pfalz

Der Koblenzer Musiker Django Reinhardt, Gernot Mittler (Vorsitzender des Lotto-Stiftungsrates), Karin Augustin (Präsidentin des Landessportbundes), Regine Schuster (stv. Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes), Magnus Schneider (Vorsitzender der Lotto-Stiftung), Ralf Marling (Kapitän der Mainzer Hofsänger), Jürgen Häfner (Geschäftsführer von Lotto-Rheinland-Pfalz), Matthias Wolf (Mainzer Hofsänger), Integrationsministerin Irene Alt, Pfarrer Albrecht Bähr (Vorsitzender der LIGA der Wohlfahrtsverbände), SWR-Pflanzenexpertin Heike Boomgaarden (Schirmherrin der Spendenaktion), Walter Desch (stv. Vorsitzender des Lotto-Aufsichtsrates), Marc Ruland (MdL) sowie Madeleine Kah von "Willkommenskreis Diez" mit den drei Flüchtlingskindern Batoul (vorne in der Mitte), Odie (4.v.r.) und Ibrahim (rechts)

 

Die diesjährige Spendenaktion von Lotto Rheinland-Pfalz und der Lotto-Stiftung unter dem Dach der Initiative "Kinderglück" ist Flüchtlingeskindern in Rheinland-Pfalz gewidmet. Bei einer Pressekonferenz in Koblenz wurde die Aktion vorgestellt; wie der Pressemeldung und dem Flyer entnommen werden können.

 

 

 

Wechsel der Federführung: Diakonie übernimmt LIGA-Vorsitz

Foto: H. Becker

 

Diakoniepfarrer Albrecht Bähr: Soziale Arbeit ist das Rückgrat der Gesellschaft

Seit 1. Januar 2015 ist der Sprecher der Diakonischen Werke in Rheinland-Pfalz, Pfarrer Albrecht Bähr, Vorsitzender der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohfahrtspflege in Rheinland-Pfalz. Der 53jährige folgt in dieser Position Regine Schuster, der stv. Landesgeschäftsführerin des PARITÄTischen Wohlfahrtsverbandes Rheinland-Pfalz-Saarland, die die LIGA in den zurückliegenden zwei Jahren als Vorsitzende geleitet hatte. Der LIGA-Vorsitz wechselt turnusgemäß alle zwei Jahre.

Bähr dankte seiner Vorgängerin - der ersten Frau an der Spitze der LIGA - für ihre "leidenschaftliche, engagierte, kontinuierliche und kompetente Arbeit im Sinne aller Wohlfahrtsverbände". Bähr hob insbesondere das Engagement Schusters für nachhaltige und effiziente Arbeitsstrukturen der LIGA sowie ihr Eintreten zur Erstellung der Sozialwirtschaftsstudie "MehrWertSchöpfung" hervor.*

"In den vergangenen zwei Jahren mussten sich die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege vielen Herausforderungen stellen - nicht zuletzt verursacht durch die Schuldenbremse. Unser Selbstverständnis als Bündnis und der Zusammenhalt der Verbände wurden in dieser Zeit gestärkt, auch weil wir über die Ergebnisse unserer Studie 'MehrWertSchöpfung' neues Selbstbewusstsein gewonnen haben", sagte Regine Schuster. Es werde mittlerweile anerkannt, daß sie Anbieter Sozialer Dienste einen erheblichen Beitrag zur Wertschöpfung in Rheinland-Pfalz leisteten. "In diesem Sinne weiß ich die Fortsetzung dieser wichtigen Arbeit bei meinem Nachfolger in guten Händen und bin sicher, dass Albrecht Bähr hier weitere wichtige Akzente setzen wird", so Schuster.

Bähr sagte, in Zeiten knapper öffentlicher Kassen bestünde die größte Herausforderung darin, die soziale Arbeit und ihre Standards für die Zukunft zu sichern und weiterzuentwickeln. Man wolle im Dialog mit Land und Kommunen die Position der Wohlfahrtsverbände unmißverständlich und klar vertreten und das Sprachrohr der Schwachen und Ausgegrenzten der Gesellschaft sein. "Soziale Arbeit ist das Rückgrat der Gesellschaft", betonte der neue LIGA-Vorsitzende. Neben der Sicherstellung der Finanzierung der sozialen Arbeit im Land nannte Bähr als weitere Aufgaben die Gewährleistung einer menschenwürdigen Begleitung von Flüchtlingen, die intensive Kommunikation der Sozialpartner, die fachliche Begleitung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen sowie die Diskussion über den 2015 erscheinenden Armuts- und Reichtumsbericht für Rheinland-Pfalz.

Im Rahmen eines Parlamentarischen Abends wurde Pfarrer Albrecht Bähr (Mitte) am 28. Januar 2015 im Wappensaal des rheinland-pfälzischen Landtages in Mainz als neuer LIGA-Vorsitzender eingeführt. Nach der Begrüßung durch den Vizepräsidenten des Landtages, Heinz-Herrmann Schnabel (rechts im Bild) und einer engagierten Rede der Ministerpräsidentin (3. v. l.) zog Regine Schuster (links im Bild) die Bilanz ihrer zweijährigen Tätigkeit als LIGA-Vorsitzende.

In einer Talkrunde zum Thema "Sind wir (noch) gemeinsam stark? - Verantwortliche Sozialpolitik bei leeren Kassen" diskutierten die Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Julia Klöckner(3. v. r.), der Vorsitzende der Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Daniel Köbler (2. v. r.), der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Alexander Schweitzer (2. v. l.) gemeinsam mit Albrecht Bähr. Moderiert wurde der Parlamentarische Abend von ZDF-Journalist Ralf Szepanski.

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* Die im vergangenen Jahr veröffentlichte Sozialwirtschaftsstudie "MehrWertSchöpfung", deren Kurzfassung auch auf dieser Seite zum Download bereit steht, liefert den Wohlfahrtsverbänden wichtige Argumente für ihre Arbeit in den entsprechenden Gremien: Sie hat gezeigt, daß von jedem Euro, den der Staat in die Sozialwirtschaft investiert, 72 Cent durch Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträge zurückfließen.

Die Langfassung der Studie mit Daten zu allen erhobenen Kriterien ist als Book-on-demand beim Shaker-Verlag mit der ISBN 978-3-8440-3316-8 erschienen und zum Preis von 21,90 Euro zu beziehen.

 


Umzug der LIGA-Geschäftsstelle

Eingang Löwenhofstraße 5
Blick auf Löwenhofstraße/Emmeranstraße
Blick in die Löwenhofstraße

 

 

Sie finden die LIGA-Geschäftsstelle ab dem 01. Januar 2015 in der

 

 

 

LÖWENHOFSTR. 5
1. Obergeschoss links
55116 MAINZ.

 

 

 

Der Umzug erfolgt in der Woche vom 15.-19.12.2014. In dieser Zeit sind wir voraussichtlich nur eingeschränkt erreichbar.

 

 

Wir danken für Ihr Verständnis!

 

Parkmöglichkeiten: Parkhaus Römerpassage oder Parkplätze mit Parkschein in der unmittelbaren Umgebung.

MehrWertSchöpfung: Sozialwirtschaftsstudie der Freien Wohlfahrtspflege veröffentlicht

 

 

 

Mit einem Sozialwirtschaftskongress haben das Institut für Bildungs- und Sozialpolitik der Hochschule Koblenz und die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Rheinland-Pfalz am 09. April 2014 zentrale Ergebnisse der Sozialwirtschaftsstudie vorgestellt.

 

Die Studie mit dem Titel "MehrWertSchöpfung | Die Freie Wohlfahrtspflege als Wirtschaftsfaktor in Rheinland-Pfalz" steht hier als pdf-Version zum Download bereit.

 

 

 

 

 

Im Rahmen des Kongresses wurden von Prof. Sell zentrale Ergebnisse der Studie präsentiert, die pdf-Version zum Vortrag finden Sie hier.

 

Detailergebnisse zu den einzelnen Sektoren wurden am Mittag unter der Überschrift "Wir gestalten Infrastruktur" vorgestellt. Auch diese Präsentation können Sie als pdf-Version herunter laden.

 

Der Kongress und die Auftaktveranstaltung am Vorabend wurden durch die LIGA auch mit je einer Pressemeldung begleitet:

Erste Reaktionen auf die Ergebnisse finden Sie hier:

Lotto RLP für herausragende Unterstützung der Freien Wohlfahrtspflege gewürdigt

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege hat am vergangenen Mittwoch im Rahmen einer Feierstunde Lotto Rheinland-Pfalz für das Engagement zugunsten der Freien Wohlfahrtspflege im Land ausgezeichnet. Regine Schuster, die Vorsitzende der LIGA, bedankte sich für die „langjährige und beispielhafte“ Unterstützung: „Lotto Rheinland-Pfalz steht für eine Philosophie der Offenheit und des Helfens. Viele soziale Projekte – wie Kindergärten, Altenheime oder auch Fußballplätze – hätten ohne die großzügige Unterstützung von Lotto nicht realisiert werden können. Mit dieser Auszeichnung möchten wir unsere Anerkennung und Dankbarkeit für diese einzigartige Zusammenarbeit ausdrücken.“

Lotto Rheinland-Pfalz erfüllt seit seiner Gründung im Jahr 1948 einen bedeutenden sozialpolitischen und gesellschaftlichen Auftrag und hat sich in dieser Zeit zu einer festen Stütze des Gemeinwohls in Rheinland-Pfalz entwickelt. Mit den Spielangeboten Lotto, Eurojackpot, Toto, Keno, Glücksspirale, Oddset und Bingo erwirtschaftete das Unternehmen in den vergangenen 65 Jahren rund 5,2 Milliarden Euro für gemeinnützige Zwecke in Rheinland-Pfalz.

Darüber hinaus unterstützte die 2007 gegründete Lotto Rheinland-Pfalz Stiftung bislang mehr als 4.000 Projekte und Initiativen in den Bereichen Soziales, Kultur und Sport mit einer Gesamtfördersumme in Höhe von 7,5 Millionen Euro.

Die Lotto-Geschäftsführer Hans-Peter Schössler und Jürgen Häfner nahmen gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Prof. Dr. Salvatore Barbaro, sowie dem Vizevorsitzenden, Magnus Schneider, stellvertretend für das Unternehmen eine Skulptur der Künstlerin Beate Mosner entgegen, die sie gemeinsam mit behinderten Menschen in der WfbM Nieder-Olm angefertigt hatte.

„Die Auszeichnung ist eine große Ehre und Freude. Sie geht nicht an einzelne Personen, sondern an die gesamte Institution Lotto Rheinland-Pfalz. Sie würdigt das soziale Engagement und das verantwortungsvolle Selbstverständnis aller Mitstreiter in unseren 1.000 Annahmestellen, in den Bezirksdirektionen, im Koblenzer Unternehmenssitz und in den Gremien. Alle diese Menschen können stolz sein, dass die LIGA der Freien Wohlfahrtsverbände ihren Einsatz für Mitmenschen in dieser Weise auszeichnet. Die Anerkennung ist für alle bei Lotto Rheinland-Pfalz eine Bestätigung und eine Aufforderung, den beschrittenen Weg konsequent weiter zu gehen“, so Hans-Peter Schössler.

18. März 2014: Ministerrat trifft LIGA Rheinland-Pfalz


Dreyer: Landesregierung und LIGA setzen sich für gute Lebens- und Arbeitsbedingungen im Land ein

Der Ministerrat unter Leitung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist in Mainz mit dem Vorstand der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Rheinland-Pfalz zusammengekommen. Ministerpräsidentin Dreyer lobte die enge und konstruktive Zusammenarbeit der rheinland-pfälzischen Wohlfahrtsverbände mit der Landesregierung: „Das gemeinsame Ziel der LIGA Rheinland-Pfalz und der Landesregierung ist es, heute und auch in Zukunft menschenwürdige und gute Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Menschen im Land zu sichern. Dies kann nur gelingen, wenn Politik, gemeinschaftliche Initiativen und Verbände an einem Strang ziehen. Ich setze mich für ein soziales und gerechtes Rheinland-Pfalz, deshalb ist mir das Treffen mit der LIGA sehr wichtig.“ Die Vorsitzende der LIGA Rheinland-Pfalz, Regine Schuster, sagte: „Wir bauen auf verlässliche Kommunikationsstrukturen, um genau dies zu etablieren und so die intensive Zusammenarbeit zu erweitern.“

Das Treffen ist Teil des seit vielen Jahren von der Landesregierung gepflegten Austausches mit Akteuren, die die Gesellschaft und die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz prägen. Während des Treffens tauschten sich der Ministerrat und die Vertreter der LIGA Rheinland-Pfalz unter anderem über die Weiterentwicklung der Inklusion im schulischen Bereich aus. Ministerpräsidentin Dreyer betonte: „Mit der Einführung des Wahlrechts der Eltern und der Entwicklung der Förder- und Beratungszentren an Schwerpunktschulen und anderen inklusiven Schulen gelingt uns ein großer Schritt bei der Inklusion im schulischen Bereich. Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Novelle ist aber auch hier die Zusammenarbeit und Vernetzung aller beteiligten Partner – seien es die Schulen, schulpsychologische Beratungsstellen, das Jugendamt, Jobcenter, Ärzte, Therapeuten oder Eltern.“

Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens war die Bewältigung von Armut im Land. Die Gesprächspartner stimmten darüber ein, dass es vor allem darum ginge, „verfestigte Armut“ zu reduzieren. Armutsgefährdeten Eltern und ihren Kindern müsse noch besser geholfen werden. Konkret solle den Betroffenen durch die Einführung eines Mindestlohns ein angemessenes Einkommen ermöglicht werden, erklärte Arbeitsminister Alexander Schweitzer. „Die Schere zwischen Armut und Reichtum hat sich in den letzten Jahren weiter geöffnet. Das gemeinsame Ziel der Wohlfahrtsverbände und der Landesregierung ist darum ganz klar: Durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik und faire Löhne wollen wir betroffenen Menschen aus der Armut heraushelfen“, so Schweitzer.

Der Ministerrat und die Vertreter der LIGA Rheinland sprachen zudem über die Herausforderungen des Demografischen Wandels und erörterten Wege, diese gemeinsam zu bewältigen. Die LIGA-Vertreter betonten in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit vergleichbarer Lebensverhältnisse für alle Bürgerinnen und Bürger in Rheinland-Pfalz: „Infrastruktur und Versorgung müssen sowohl in den Ballungszentren als auch in den ländlichen Regionen dauerhaft gewährleistet sein – hierzu tragen die Wohlfahrtsverbände in einem hohen Maß bei“, so die LIGA-Vorsitzende.

Am Austausch nahmen von Seiten der LIGA Rheinland-Pfalz teil: Regine Schuster (LIGA-Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende der LIGA-Kommission Kinder-, Jugend- und Familienhilfe), Norbert Albrecht (stellvertretender LIGA-Vorsitzender), Albrecht Bähr (LIGA-Vorstandsmitglied und Vorsitzender der LIGA-Kommission Alterskulturen und Demografischer Wandel), Winfried Bauer (LIGA-Vorstandsmitglied), Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt, LIGA-Vorstandsmitglied, sowie die Landesgeschäftsführerin der LIGA Rheinland-Pfalz, Sylvia Fink.

Von Seiten der Landesregierung nahmen teil: Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Eveline Lemke (Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung), Roger Lewentz (Minister des Innern, für Sport und Infrastruktur), Dr. Carsten Kühl (Minister der Finanzen), Jochen Hartloff (Minister der Justiz und für Verbraucherschutz), Alexander Schweitzer (Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie), Doris Ahnen (Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur), Irene Alt (Ministerin für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen), Thomas Griese (Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten), Jacqueline Kraege (Chefin der Staatskanzlei) sowie die Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für Europa Ministerin Margit Conrad.

Bild: Unter der Leitung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer traf sich heute der rheinland-pfälzische Ministerrat mit dem Vorstand der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Gästehaus der Landesregierung in Mainz. (Quelle: Stefan Sämmer©Staatskanzlei)