Niedrigschwellige Sozialarbeit
Allgemeines
Angebote niedrigschwelliger Hilfe für suchtbelastete Menschen sind integraler Bestandteil des Suchthilfesystems geworden und stellen eine notwendige und sinnvolle Erweiterung der Angebote ambulanter Beratungsdienste dar. Denn entgegen der Komm-Struktur der meisten restlichen Hilfeangebote bietet niedrigschwellige Arbeit eine hürdenfreie, unmittelbare und zeitnahe Kontaktaufnahme an. Diese erfolgt beispielsweise im Rahmen von „Street-Work“ sowie aufsuchender Sozialer Arbeit, sozialraumbezogener Arbeit oder auch sog. Kontaktläden. Konzeptionell ist niedrigschwellige Hilfe geprägt von einer akzeptierenden professionellen Haltung, was bedeutet, dass man den*die Klient*in seiner*ihrer Lebenslage akzeptiert und lebensweltnahe Hilfeansätze verfolgt, wie z. B. Schadensreduktion („harm reduction“) in Form von Spritzentausch bis hin zu Konsumräumen.
Die Zielgruppe von niedrigschwelliger Sozialarbeit in der Suchthilfe sind insbesondere Menschen mit riskantem, substanzbezogenem Konsummuster, die auf anderem Wege (noch) nicht in adäquate Hilfeangebote vermittelt werden konnten, sowie deren Angehörige und Bezugspersonen. Häufig befinden sich diese Menschen in einer prekären, existenzgefährdenden Lebenslage. Zur Zielgruppe zählen ebenfalls Klient*innen in einer Substitutionsbehandlung, die psychosozial unterstützt werden.
Um für die Herausforderung der Zukunft „Umgang mit Synthetischen Opioiden“ vorbereitet zu sein braucht es in Rheinland-Pfalz ein gutes Netzwerk an niedrigschwelligen Angeboten. Im Fachgespräch „Synthetische Opioide“ des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen wurden Strategien zur Prävention und Bewältigung einer möglichen Opioidkrise in Deutschland entwickelt.
Diskutiert wurden sieben zentrale Themen (vgl. „Dokumentation Fachgespräch Synthetische Opioide“ des Beauftragten der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Bundesministerium für Gesundheit am 9. Juli 2024):
- Frühwarnsysteme/Monitoring: Ausbau von Datenquellen und Etablierung einer zentralen Meldestelle.
- Prävention: Zielgruppenspezifische Informations- und Warnsysteme, auch für schwer erreichbare Konsumierende.
- Drug Checking: Förderung von Substanzanalysen, insbesondere in Drogenkonsumräumen.
- Drogenkonsumräume: Ausbau und Nutzung zur Schadensminderung und Marktbeobachtung.
- Naloxonanwendung: Verbesserung der Verfügbarkeit und Schulungen zur Verhinderung von Überdosierungen.
- Substitutionstherapie: Erhöhung der Substitutionsquote und Abbau gesetzlicher Hürden.
- Niedrigschwellige Hilfen: Stärkung von Angeboten wie Streetwork und Wohnungslosenhilfe.
Für diese zentralen Themen bietet das Fachkräfteprogramm Niedrigschwellige Arbeit und der Arbeitskreis Aufsuchende Sozialarbeit den fachlichen Rahmen und das überregionale Netzwerk. Die Fachkräfte vor Ort greifen jetzt schon auf stützende Strukturen und Kooperationen mit anderen regionalen sozialen Dienstleistern zurück.
Die Kolleginnen und Kollegen schaffen Bedingungen um die Lebenswelten der betroffenen zu Verbessern, auf diese hilfreiche Erfahrung kann auch bei einer weiteren Zunahme von synthetischen Opioiden auf dem Markt zurückgegriffen werden.
Unter dem Link Fachkräfte_Niedrigschwellige_Sozialarbeit Aktuell finden Sie Ansprechpartner*innen in Ihrer Region zum Thema „Niedrigschwellige Sozialarbeit“.
Ansprechpartner
Daniel Fauth
Sucht- und Jugendberatung Ingelheim
Georg-Rückert-Str. 24
55218 Ingelheim
Tel: 06132 622002 0
E-Mail: mail@sucht-undjugendberatung.de
Internet: www.sucht-undjugendberatung.de
Matthias Koll
Cafe Balance (Stadt Mainz)
Augustusstraße 29a
55131 Mainz
Tel: 0 61 31 / 57 47 84
Mail: cafe.balance@stadt.mainz.de
Internet: https://www.cafe-balance.de